Vorschau und Blick hinter die Kulissen. Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.

Sehr geehrte Damen und Herren, 

in dieser Ausgabe unseres Newsletters erwartet Sie:

  • "Klangbilder" am 25. Oktober: Interview mit dem Dudelsack-Spieler Gunther Haußknecht
  • Rückblick Reichenhaller Resonanz
  • Update zum Stand der Dirigentensuche
  • Kurmusik-Highlights
  • Radio-Fundstück
  • Start des Aboverkaufs am 28. Oktober

Unser Bestes

6. Philharmonisches Konzert #Klangbilder
25. Oktober, 19:30 Uhr, Theater Bad Reichenhall

Die drei Komponisten des letzten Philharmonischen Konzerts in diesem Jahr haben ihrer Heimat ein klingendes Denkmal gesetzt. Allerdings mit ein wenig Hilfe: Vogelstimmen, ein schottischer Dudelsack sowie exotische Schlaginstrumente verstärken unser Orchester. Mehr dazu...

Einojuhani Rautavaara, Cantus Arcticus, Konzert für Vögel und Orchester op. 61
Sir Peter Maxwell Davies, An Orkney Wedding, with Sunrise für Dudelsack und Orchester
Silvestre Revueltas, La Noche De Los Mayas, Konzertsuite

Gunther Haußknecht, Highland Bagpipe
Bad Reichenhaller Philharmoniker
Dirigent: Christian Simonis

Eintrittskarte kaufen

Interview

Gunther Haußknecht spricht mit uns über seinen außergewöhnlichen Einsatz in Bad Reichenhall.
Herr Haußknecht, darf man zu Ihrem Instrument, der „Highland Bagpipe“, auch einfach Dudelsack sagen?
Ich finde daran nichts Schlimmes, denn das versteht jeder. Der Name kommt ja nicht vom „Dudeln“, sondern vom osteuropäischen „duda“, was auch ein Name für solche Instrumente ist.

Wie sind Sie zum Dudelsack gekommen?
Da gab es kein Schlüsselerlebnis. Ich hatte mir das als Kind in den Kopf gesetzt. Die Großmutter ist dann aktiv geworden und hat das scheinbar Unmögliche möglich gemacht, meinen ersten Dudelsack-Unterricht. Ich hatte dann das Glück, bis zur Wiedervereinigung bei den Chefs der Dudelsackkapellen des britischen Militärs Unterricht bekommen zu haben, solange sie noch in West-Berlin stationiert waren.

Stimmt es, dass das Stück von Maxwell Davies das einzige wirklich sinfonische Werk für Dudelsack ist?
Es gibt noch einige andere, aber „An Orkney Wedding“ ist sicher das originellste, meistgespielte und auch das unterhaltsamste. Solange Peter Maxwell Davies noch selbst dirigierte, bin ich damit viel herumgekommen. Ich spielte meist für ihn, wenn er auf dem europäischen Kontinent dirigierte, begleitete ihn nach Oslo, Moskau, fast ganz Europa.

Dabei dauert die Passage, in der Sie spielen, keine zwei Minuten…
Man könnte ja meinen, dieser Aufwand lohne sich eigentlich nicht. Aber genau das ist auch belastend. Wenn ich ein längeres Konzert spiele und mal einen Fehler mache, kann ich ihn wiedergutmachen. Wenn der Auftritt aber so kurz ist und ich dabei patze, dann bleibt das in der Erinnerung. Das ist kein beruhigendes Gefühl.

Ist die Passage schwierig zu spielen?
Vom Spielerischen her überhaupt nicht. Das Problem ist, den Dudelsack zum Orchester zu stimmen. Dieses Instrument kann man nicht ohne Weiteres einfach ein paar Hertz höher oder tiefer einstellen. „An Orkney Wedding“ ist sowieso anderthalb Halbtöne tiefer, als ein Dudelsack normalerweise gestimmt ist. Das ist schon eine Herausforderung.

Auch wenn er kurz ist, ihr Auftritt ist der absolute Höhepunkt des Stücks. Laut seinem Titel geht an dieser Stelle die Sonne auf. Wie deuten Sie das?
Ich habe tatsächlich nie mit Maxwell Davies über die einzelnen Abschnitte der Feier gesprochen, die das Stück portraitiert. Er war aber sehr großzügig und ließ den Hörern einen großen Freiraum für die Deutung. Ich spiele das Stück seit 1992 und entdecke jedes Mal neue Details. Mein Auftritt mit der Sonne scheint mir aber recht eindeutig: Die Hochzeitsgesellschaft feiert bis in die Morgenstunde durch und trinkt, hat dann aber alkoholbedingte Ausfälle. Als es wirklich nicht mehr weiter geht, geht über der Insel schon die Sonne auf, und die wird vom Dudelsack verkörpert.

Dabei werden Sie regelrecht ins Theater einmarschieren. Wie fühlt man sich dabei?
Das ist für mich auf der einen Seite auch lustig, die erstaunten Blicke im Publikum zu sehen, wenn ich mit dem Spiel einsetze und einmarschiere. Auf der anderen Seite ist der Dudelsack so laut, dass ich da das Orchester dann nicht höre. Das ist ein banger Moment: Schaffe ich einen sauberen Einsatz und finde das Tempo des Orchesters, oder beginne ich zu schwimmen, weil ich es nicht höre.

Ist der Dudelsack immer so laut?
Ja, man kann ihn nicht leise spielen. Er ist so gebaut und darauf angelegt, laut zu sein. Das ist der Vorzug des Dudelsacks, dass man ohne Verstärkung auskommt und sofort einsetzbar ist. Das Gefühl dieser Lautstärke ist auch für mich selbst faszinierend.

Ist das Ihr erster Besuch in Bad Reichenhall
Ja, und ich bin ganz gespannt darauf, habe viel im Internet über die Gegend gegoogelt und mir ein Bild von Bad Reichenhall gemacht. Bisher habe ich Urlaub meist in Franken oder Tirol gemacht, und Oberbayern dabei ausgelassen. 

Werden Sie Ihren Schottenrock mitnehmen?
Ohne den brauche ich mich gar nicht erst sehen zu lassen. Auch das steht in der Partitur von „An Orkney Wedding“, dass ich den Rock tragen muss.

Dann stellt sich natürlich die Frage nach dem „darunter“…
Sie wissen doch, dass das ein Geheimnis ist. Wenn ich das jetzt lüfte, werde ich nie wieder nach Bad Reichenhall eingeladen.

Rückblick auf die Herbst-Termine in Bildern

Zwei prominente Gäste aus Österreich waren im September und Oktober bei unserer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung mit der Kunstakademie zu Gast: Der Vize-Landeshauptmann von Salzburg Heinrich Schellhorn und die Sissi-Forscherin Katrin Unterreiner. Sie diskutierten mit bekannten Reichenhaller Persönlichkeiten: Kulturreferentin Monika Tauber-Spring und Stadtarchivar Johannes Lang. Weitere Bilder von den Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite der Reichenhaller Resonanz. Die ersten Termine im kommenden Jahr erfahren Sie voraussichtlich im nächsten Newsletter.
"Geschichte und Identität" im Hotel Klosterhof
"Braucht unsere Gesellschaft Kunst und Kultur" im Alten Feuerhaus

Hinter den Kulissen

Wir freuen uns, Sie über den aktuellen Stand des Auswahlverfahrens für die Besetzung der Position des Chefdirigenten ab 01.12.2020 zu informieren.

Nach der Ausschreibung der Stelle im Frühjahr 2019 sind 140 Bewerbungen eingegangen. Eine Findungskommission traf eine Vorauswahl und lud 21 Bewerber zu Probedirigaten nach Bad Reichenhall ein. Der Kommission gehörten neben dem Vereinsvorstand, dem Betriebsrat, dem Orchestervorstand und dem Geschäftsführer auch zwei externe Berater an: der Dirigent Prof. Guido Rumstadt aus Nürnberg sowie Mag. Thomas Heißbauer, der künstlerische Leiter der Salzburger Kulturvereinigung. Von den 21 ausgewählten Bewerbern nahmen 19 die Einladung an.

In den folgenden Monaten fanden drei Auswahlrunden statt, in denen die Kandidaten jeweils ein Probedirigat in der Konzertrotunde absolvierten. Nach jedem Probedirigat entschied das Orchester über die Leistung der Bewerber. Die fest angestellten Musiker füllten dazu Evaluationsbögen aus und vergaben Punkte zu Kriterien wie Dirigiertechnik, Musikalität, Ausstrahlung, Moderation und Führungsqualität. Die Bewertungen wurden unter Aufsicht ausgezählt und der Durchschnitt gebildet. Wer mindestens 66 von 100 möglichen Punkten erzielte, kam eine Runde weiter.

Sieben Bewerber gingen erfolgreich aus der ersten Runde hervor, das aus einem Probedirigat unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestand. In der zweiten Runde dirigierten die Kandidaten jeweils ein Kurkonzert vor Publikum. Das musikalische Programm wurde dabei vom Orchester vorgegeben. Die spezielle Herausforderung für die Bewerber bestand hierbei im Umgang mit dem vielseitigen Repertoire des Orchesters, insbesondere mit der Unterhaltungsmusik in sinfonischer Besetzung. Fünf Kandidaten bestanden auch diese Runde. Jetzt war es an ihnen, ein Programm zusammenzustellen und in einem Kurkonzert mit dem Orchester aufzuführen.

V.l.n.r.: Kazem Abdullah (40) war von 2012 bis 2017 Generalmusikdirektor in Aachen; Mino Marani (34) ist seit 2017 erster Kapellmeister am Theater Koblenz; Daniel Spaw (34) ist seit 2017 erster Kapellmeister und stellvertretender Musikdirektor am Theater Hof.

Im Oktober wurde auch diese dritte Runde abgeschlossen. Drei Dirigenten verbleiben im Rennen: der Italiener Mino Marani sowie die US-Amerikaner Kazem Abdullah und Daniel Spaw. Sie werden in der vierten und letzten Auswahlrunde jeweils ein Sinfoniekonzert in mehreren Proben mit dem Orchester vorbereiten und in der Konzertrotunde dirigieren (Termine siehe unten). Über Gold – Silber – und Bronze bestimmt wieder allein das Orchester. Vorstand und Geschäftsführer werden anschließend die Vertragsverhandlungen aufnehmen.

Die Sinfoniekonzerte der drei Dirigenten:

31. Oktober, 19:30 Uhr
Werke von Franz Liszt, Alfred Schnittke und W. A. Mozart
Bad Reichenhaller Philharmoniker
Dirigent: Mino Marani

07. Dezember, 19:30 Uhr
Werke von Pjotr I. Tschaikowski, Henryk Wieniawski und W. A. Mozart
Bad Reichenhaller Philharmoniker
Dirigent: Kazem Abdullah

15. Januar, 19:30 Uhr
Werke von Bedřich Smetana, Georg Christoph Wagenseil und W. A. Mozart
Bad Reichenhaller Philharmoniker
Dirigent: Daniel Spaw
(Kartenverkauf ab ca. Mitte Dezember)

Veranstaltungsort: Konzertrotunde im Kurgarten Bad Reichenhall
Eintritt 11 Euro. Details und Tickets finden Sie hier.

Weitere Kurmusik-Highlights:

Sonntag, 20. Oktober, 11:00 Uhr, Konzertrotunde
"Damals in Bad Reichenhall..."
Vorstellung der neuen CD der Bad Reichenhaller Philharmoniker mit Musik von Josef Gung´l, Gustav Paepke, Carl Hünn und Friedrich Beda Stubenvoll. Produziert wurde die CD vom Heimatkundeverein Bad Reichenhall.
Informationen und Tickets 

Save the Date: Freitag, 13. Dezember, 19:30 Uhr, Konzertrotunde
Konzertante Vorstellung des Programms 2020 der Bad Beichenhaller Philharmoniker, dieses Mal zusammen mit der Bayerische Staatsbad Kur-GmbH. Genaueres in Kürze auf unserer Homepage und bad-reichenhall.de.


Fundstück

In der Sendung "Tagesgespräch" auf Bayern 2 ging es am 14. Oktober um verstopfte Straßen, Täler und Berge an den Wochenenden. Auch unser Bratschenspieler Stefan Hammermayer hat sich an der Diskussion aus der Perspektive der Musiker beteiligt, die am Wochenende arbeiten müssen. Sie können sich den kurzen Ausschnitt ab Minute 39 hier anhöhren oder hier die gesamte Sendung.

Zu guter Letzt

Am 28. Oktober ist der Verkaufsstart für unser philharmonisches Abonnement 2020. Informationen finden Sie in der Broschüre als PDF. Oder holen Sie sich die gedruckte Version am 25. Oktober bei den "Klangbildern" . 


Achtung: Vom 01. November bis 01. Dezember hat unser Orchester Urlaub.


Die nächste Ausgabe erscheint am 12. Dezember.
Wenn Sie diese E-Mail (an: b.krstulovic@philharmonie-reichenhall.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Redaktion: Bojan Krstulovic
Bad Reichenhaller Philharmoniker
Orchesterbüro
Salzburger Str. 7
83435 Bad Reichenhall
Deutschland

+49 (0) 8651 762 80 80
kontakt@philharmonie-reichenhall.de
www.bad-reichenhaller-philharmoniker.de
CEO: Geschäftsführer: Felix Breyer

Registergericht: Amtsgericht Traunstein/ Obb.
VR: 20094