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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Musikfreunde,

als Geschäftsführer der Philharmoniker besuche ich viele Konzerte unseres Orchesters. Dabei gibt es immer wieder diesen besonderen Augenblick, der sich einprägt: Beim Sinfoniekonzert am letzten Samstag durften wir das junge Ausnahmetalent Jeremias Pestalozzi mit Henryk Wieniawskis 2. Violinkonzert bestaunen. Das virtuose Werk, das augenscheinliche Talent des Künstlers sowie die Spielfreude des Orchesters ergaben den besonderen Konzertmoment.

Das Jahresprogramm 2020 ist druckfrisch da mit vielen weiteren solcher besonderen Momente. Ich würde mich freuen, Sie bei der heutigen Präsentation des Programms in der Konzertrotunde um 19:30 Uhr zu sehen (freier Eintritt) und bei einem Umtrunk auf das neue Jahr anzustoßen.

Ansonsten wünsche ich Ihnen schon jetzt frohe Feiertage und einen guten Start in Ihre neue Saison 2020

Ihr Felix Breyer


In dieser Ausgabe unseres Newsletters erwartet Sie:
  • Silvestergala: Interview mit Claus J. Frankl
  • Philharmonische Weihnacht
  • Vorausschau Reichenhaller Resonanz 2020
  • Hinter den Kulissen
  • Kurmusik-Highlights
  • Fundstück: Imagefilm der BGLT
  • Zum 250.: Beethoven in Bad Reichenhall
  • Zu guter Letzt: unser neues Programmheft 2020

Interview

Der Bayreuther Dramaturg und Sänger Claus J. Frankl wird unsere beiden Silvesterkonzerte moderieren, die den 1920er-Jahren gewidmet sind – schließlich beginnen mit dem neuen Jahr unsere eigenen "Zwanziger". Ein Gespräch mit Claus J. Frankl über jene faszinierende Zeit.
Herr Frankl, wieso faszinieren uns die 1920er so sehr?Weil sie so reich waren, reich an Kultur. Es gab eine enorme Aufbruchstimmung. Das Kaiserreich war zum Schluss verkrustet, viele Dinge wurden permanent unterdrückt. Durch die Skepsis nach dem Ersten Weltkrieg hat sich viel in Bewegung gesetzt. Es kam zum Beispiel die Idee auf, dass alle an der Gesellschaft teilhaben sollten, und der Drang zur Demokratie hat die Tore geöffnet.

Reich an Kultur war das Deutschland des 19. Jahrhunderts. Was war so besonders an der Kultur der Zwanziger?
Die Tradition, die hohe Kultur war ja noch vorhanden, mitunter aber auch ziemlich museal. Es ist in den Zwanzigern so vieles dazugekommen. Es wurden neue Publikumsschichten angesprochen, es fand eine Internationalisierung statt. Berlin war eine der spannendsten Städte der Welt, weil dort ein anderer Geist herrschte. Man war aufgeschlossen, wagte etwas. Dann kamen noch die neuen Medien dazu, die technologische Entwicklung schuf ganz neue Verbreitungsmöglichkeiten.

Berlin war sicher auch schon damals in Deutschland eine eigene Welt…
Man darf in der Tat nicht meinen, dass es im ganzen Deutschen Reich diese Aufbruchstimmung gab. Berlin stand aber nicht allein. Auch Hamburg war immer besonders, da war durch den Hafen automatisch ein anderer Geist vorhanden. Oder Köln und Frankfurt. Schon München war schwieriger, weil sie dort ihrem Monarchen nachtrauerten. Da war München reaktionärer als etwa Wien, das mit seinen Habsburgern abgeschlossen hatte. In Österreich sind die Adelstitel ja komplett verschwunden.
Claus J. Frankl (r.) und Chefdirigent Christian Simonis bereiten die Silvestergalas vor.
Die Zwanziger sind wohl das jüngste Jahrzehnt, dass kaum jemand, der heute lebt, bewusst erlebt hat. Könnte das ein Grund für eine gewisse Verklärung sein?
Es ist in der Tat Nostalgie. In Wirklichkeit waren die Extreme damals riesig, zwischen Stadt und Land, zwischen Monarchisten und den Verfechtern der Demokratie. Wir erinnern uns immer an die Highlights, für uns waren es die „Goldenen Zwanziger“, die „Wilden“, aber nur, weil wir sie nicht miterlebt haben und uns aus der Distanz heraus die Rosinen herauspicken. Die Schattenseiten werden, wie immer in der Nostalgie, verdrängt.

Unsere beiden Silvesterkonzerte sind den Zwanzigern gewidmet. Was erwartet uns da?
Wir stellen vor allem die Errungenschaften der Zwanziger heraus. Was da alles nebeneinander passiert ist und sich auch gegenseitig befruchtet hat, das ist einfach grandios. Wir zeigen, dass es immer noch spätromantische Symphonik gab, auch in den Operetten. Und natürlich die neuen Themen, wie zum Beispiel die emanzipierte, starke Frau. Die „fesche Lola“, die wir mit Marlene Dietrich verbinden, oder die Madame Pompadour aus Leo Falls gleichnamiger Operette. Die Madame singt „Josef, ach Josef, was bist du so keusch“. Sie wartet nicht, bis er sie verführt, sie verführt ihn! Und was singt er? „Treib' das Ding nicht bis zum Gipfel / fass' mich bloß nicht so am Zipfel /meines Mantels an.“ Das ist voller gut bemäntelter Sexualität, so wunderbar formuliert, dass jeder weiß, was gemeint ist, ohne es direkt beim Namen zu nennen. Wir haben eine ganze Reihe solcher großartiger Stücke im Programm.

Das Konzertprogramm für die beiden Silvestergalas am 31. Dezember um 15:30 und 19:00 Uhr finden Sie hier. Restkarten sind noch vorhanden.

Philharmonische und Alpenländische Weihnacht

20. bis 26. Dezember 2019 in Bad Reichenhall

Das Konzert am 20. Dezember ist bereits ausverkauft, für das Barockkonzert am Samstag im Königlichen Kurhaus sind noch wenige Karten vorhanden (hier). Es hat neben J. S. Bach fünf weitere Meister des Barocks im Programm, darunter Händel, Vivaldi und Albinoni. Erfahrenen Solisten an Harfe, Oboe, Violine, Flöte und Trompete bringen dabei mit dem Orchester der Philharmoniker unter KMD Matthias Roth sechs Stücke und Konzerte zum Erklingen, allesamt Perlen der Barockmusik.

Bei der Alpenländischen Weihnacht trifft wieder Sinfonisches auf die tief in der Region verwurzelte Volksmusik. Für die authentische Note sorgen dabei die Hammerauer und Elstätzinger Musikanten. Dirigent Martin Fuchsberger führt mit seinen abgestimmten Arrangements Orchester und Volksmusikensembles zum gemeinsamen Spiel zusammen. Für die beiden Termine am 22. Dezember um 19.30 Uhr (hier) und am 26. Dezember um 15.30 Uhr (hier) sind noch Karte vorhanden.


Vorausschau auf die Gespräche 2020

Das Programm für die Gesprächsreihe "Reihenhaller Resonanz", die wir zusammen mit der Kunstakademie veranstalten, ist im Entstehen. Und es sieht sehr vielversprechend aus. Sehen Sie selbst:

Erster fixer Termin 2020:
  • Gespräch mit Dr. Johanna Rachinger, der Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, zum Thema "Das Buch – ein Medium der Zukunft?"
    am 29. April 2020 im Hotel Klosterhof, Bayerisch Gmain
Angefragt sind u. A.:
  • Hans Peter Haselsteiner, Unterehmer, Kunstsammler, Stifter
  • Christian Stückl, Intendant des Münchner Volkstheaters und der Oberammergauer Passionsspiele
  • Bernd Siebler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst
  • Prof. Dr. Armin Nassehi, Soziologe an der LMU München
Die Veranstaltungen werden wir im neuen Jahr in unseren Newslettern sowie auf der Webseite der Reichenhaller Resonanz veröffentlichen. 

Hinter den Kulissen

Warum unser Solo-Pauker Alfons Panzl im Flur Pauken spielte

Im November war die Konzertrotunde wegen Renovierung geschlossen. Alfons Panzl nutzte daher den Vorraum des Saals Thumsee neben dem Orchesterbüro zum Proben. Er ist der Kur-GmbH sehr dankbar, dass er die großen und schweren Instrumente dort aufstellen durfte. Denn große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Und das 4. Philharmonische Konzert am 26. Juni 2020 ist so ein Ereignis, auch für Panzl selbst. Er wird erstmals zusammen mit Sohn David auftreten, wenn die Philharmoniker neben Werken von Benjamin Britten und Claude Debussy die „Fantasie für zwei Paukisten und Orchester“ von Phillip Glass spielen. Vater, Sohn und insgesamt 14 Pauken werden die Bühne des Theaters Bad Reichenhall bevölkern. Und natürlich noch das komplette Orchester. „Es gibt nur ganz wenige Stücke, bei denen zwei Pauker gleichzeitig spielen, und dann auch vorne auf der Bühne“, sagt Alfons Panzl. Der erste gemeinsame Auftritt mit dem Sohn wird wohl auch der letzte ein, meint Panzl. Nicht nur, weil Konzerte für zwei Solo-Pauker so selten sind. Sein Sohn David jettet als Multipercussionist um die ganze Welt, und dass sich die Terminkalender der beiden wieder so glücklich überschneiden, ist unwahrscheinlich. Unmittelbar vor dem Konzert in Bad Reichenhall wird David Panzl wieder in den USA und in Tokio aufgetreten sein.


Kurmusik-Highlights

  • Last Call: Freitag, 13. Dezember, 19:30 Uhr,
    Konzertante Vorstellung des Programms 2020 der Bad Beichenhaller Philharmoniker, dieses Mal zusammen mit der Bayerische Staatsbad Kur-GmbH. 

  • Sonntag, 15. Dezember, 15:30 Uhr
    Enjott Schneider, „Der Mond und der kleine Stern“
    Märchen für Erzähler und Orchester für Kinder von 3-7 Jahren und ihre Familien nach einer Geschichte von Ruth Hofsäss
    Bad Reichenhaller Philharmoniker
    Erzählerin: Marena Weller
    Dirigentin: Lisa Pösse
    Eintrittskarten
  • Mittwoch, 25. Dezember, 15:30 Uhr
    Konzert zum 1. Weihnachtsfeiertag
    Stücke von W. A. Mozart, F. Schubert, E. Humperdinck u. A. 
    Es liest Alexander Fussek
    Bad Reichenhaller Philharmoniker
    Dirigent: Christian Simonis
    Eintrittskarten
Die Konzerte finden in der Konzertrotunde am Kurgarten Bad Reichenhall statt.

Fundstück

Die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH hat einen neuen Imagefilm über unseren Landkreis gedreht. Auf YouTube ist der Film bisher sehr erfolgreich. Die Philharmoniker kommen in ihm natürlich auch vor (ab Minute 05:22). Sie können sich den Film hier ansehen. Es gibt auch eine Kurzversion.

Beethoven in Bad Reichenhall

Der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven prägt im kommenden Jahr auch unser Konzertprogramm. Auf unserer Internetseite finden Sie dazu einen schönen Text von Gottfried Franz Kaparek.

Bei den sechs Philharmonischen Konzerten 2020 führen wir zum Beispiel Beethovens 4. Klavierkonzert (am 14. Februar), das  Tripelkonzert sowie das Violinkonzert auf. Sie können sich jetzt schon Karten für die Abende im Theater Bad Reichenhall sichern (hier). Das sehr lohnende Abonnement für alle sechs Konzerte können Sie mittlerweile auch online abschließen (hier).


Zu guter Letzt

Unser Jahresprogramm 2020 ist frisch aus der Druckerei gekommen. Sie finden es z. B. im Staatsbads-Shop bei der Konzertrotunde. Wir schicken es Ihnen auch gerne per Post zu. Hier können Sie darin schon mal online Blättern.


Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage und ein gutes Neues Jahr.
Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Februar 2020.

Wenn Sie diese E-Mail (an: s.debuch@philharmonie-reichenhall.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Bad Reichenhaller Philharmoniker
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Salzburger Str. 7
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