Das Ende einer Ära. Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.


Sehr geehrte Damen und Herren!

Wie schön, dass ich mich bei den vier letzten Philharmonischen Konzerten der Saison am 16. und 17. Oktober noch persönlich bei unseren Abonnenten und Konzertbesuchern bedanken und verabschieden konnte.

Darüber hinaus freuen wir uns aber auch über die große Zahl unserer Kurkonzertbesucher. Corona hat einen persönlichen Dank und Abschied verhindert, weshalb ich gerne den Newsletter der Bad Reichenhaller Philharmoniker dafür nutzen möchte.

Gemeinsam durften wir in den letzten Jahren viele runde Geburtstage bedeutender Komponisten der heiteren Muse feiern. Manch musikalische Schätze aus unserem Notenarchiv haben wir wieder zum Klingen gebracht. 150 Jahre Bad Reichenhaller Philharmoniker und 150 Jahre Königlicher Kurgarten standen 2018 als Jahresmotto auf unseren Konzertprogrammen. Die Zusammenarbeit mit vielen regionalen Kulturvereinigungen und Schulen haben wir intensiviert und vieles mehr.

Natürlich freut es mich, dass die Zahl der Abonnenten und Konzertbesucher in den letzten Jahren deutlich gewachsen ist und natürlich freut mich die unüberhörbare künstlerische Entwicklung, die die Bad Reichenhaller Philharmoniker in dieser Zeit genommen haben.Daniel Spaw, der neue Chefdirigent, und die Damen und Herren der Bad Reichenhaller Philharmoniker werden diesen Weg erfolgreich weitergehen – dazu wünsche ich Ihnen allen, alles Gute!

Für die Zukunft wünsche ich den Bad Reichenhaller Philharmonikern auch neue Vereinsstatuten für Ihren Trägerverein, wie sie für die Arbeit eines Berufsorchesters dringend geboten sind.

2500 Konzerte haben die Damen und Herren der Bad Reichenhaller Philharmoniker und ich in den insgesamt elf Jahren gemeinsam musiziert. Dieses hohe Gut des Musizierens gehört zu den wunderbaren Eigenschaften dieses Orchesters. Ich danke jedem einzelnen Orchestermitglied für diese wertvolle Zeit der Zusammenarbeit!

Vergessen möchte ich nicht den Anteil der Geschäftsführung und des Künstlerischen Betriebsbüros an unseren gemeinsamen Erfolgen.

Dankbar durften wir erleben, wie die Kur-GmbH in dieser schwierigen Corona Zeit zum Orchester gestanden hat.

Ihnen, sehr geehrte Konzertbesucher, möchte ich danken, dass Sie durch Ihr Interesse eine Vielzahl interessanter Konzertprogramme ermöglicht haben.

Mit allen guten Wünschen
Christian Simonis


PHILHARMONISCHES FINALE

Am 16. und 17. Oktober konnten im Theater Bad Reichenhall noch die vier Aufführungen des Abonnement-Konzerts "Finale" stattfinden. Ein letztes Mal dirigierte Chefdirigent und GMD Christian Simonis unser Orchester. Es war ein bewegender Ausklang mit Smetanas "Die Moldau" als abschließendem Stück. Zudem verabschiedete sich Alfons Panzl (Pauke) mit einem Soloauftritt in den Ruhestand. Er gehörte fast 40 Jahre dem Orchester an. 
Auf unserer Internetseite finden Sie eine Fotostrecke, und auf PNP-Online e
inen Bericht.


ABSCHIED VON GMD SIMONIS

Die Ära Christian Simonis bei den Bad Reichenhaller Philharmonikern ist zu Ende. Er kam im Januar 1981 zum ersten Mal nach Bad Reichenhall, um als Gastdirigent ein sinfonisches Abendkonzert zu dirigieren. Von 1985 bis 1990 war er Chefdirigent des Orchesters und von Juli 2015 bis Ende Oktober 2020 erneut Chefdirigent sowie Generalmusikdirektor (GMD). 
Herrn Simonis kenne ich seit 1982. Er war schon immer ein sehr bescheidener Mensch, ein Vollblutmusiker und inspirierender Dirigent ohne Allüren. Mit seinem unermüdlichen Einsatz für das Orchester entwickelte er einen hohen Grad der persönlichen Identität mit dem Klangkörper und dessen Schicksal. Er stellt immer zuerst die Komponisten und das Orchester in den Vordergrund, danach die einzelnen Musiker und erst dann sich selbst. Genauso erwartet er von jedem Mitglied des Orchesters Bestleistungen.

Scott Brahier, Horn
„Wenn ein sechzigjähriger Mann in die Knie geht, dann will er damit etwas bewirken!“ Wir probten für die Straußtage 2018. An einer Stelle sollte das Orchester besonders leise werden, was Herr Simonis veranschaulichte, indem er mehr oder weniger in seinem Podest versank. Recht viel kleiner kann sich ein Mann seiner Statur kaum machen! 

Als wir immer noch zu laut waren, erfolgte jener oben zitierte Ausspruch, der sinnbildlich für alles steht, was Herr Simonis an Leidenschaft und Energie in die Musik investierte. Ein Mann, der stets höchst gemessenen Schrittes unterwegs ist, wird auf der Bühne zum Derwisch, der springt, tanzt, lacht, zürnt, kniet. 

Des Weiteren beeindruckte mich bis heute nachhaltig sein allererstes Konzert mit uns: Flotten Schrittes zum Podium geeilt, riss er die Arme hoch, zählt laut vornehmlich „2 und“ voraus und peitschte uns mit einer Energie und Leidenschaft aber auch einer untrüglichen Sicherheit durch die Ouvertüre, wie ich es zuvor noch nicht erlebt hatte. Ein fremdes Orchester saß einem fremden Dirigenten gegenüber, aber dennoch war sofort zu spüren, dass hier etwas gemeinsames Großes erwachsen könnte. Wir alle waren begierig zu zeigen, dass „wir es können“! Die Solisten gaben das eine Quäntchen mehr, die Begleitung wurde die eine Spur zackiger, der Bass kräftiger, die Musik immer größer. Da hatten sich zwei gesucht – und gefunden.

„Alles für die Musik! Alles für die Kunst!“, so möchte ich Herrn Simonis beschreiben. 

Martin Sedlmeier, Schlagzeug
25 Orchesterjahre habe ich gewartet, um in dieser Weise und Qualität Musik machen zu können. Herr Simonis hatte (und hat immer noch) sehr weiche Hände. Der Dirigentenstab war ihm zu hart und direkt. 
Er schien keinen Stab auf das Orchester richten zu wollen. Es fühlte sich an, als würden die Musikstücke unter seiner Leitung in jedem Moment neu entstehen und neu empfunden. Stimmungen, Obertöne und Klangfarben aus dem Orchester herauszuarbeiten und das Orchester zu einem geschlossenen Klangkörper zu verschmelzen, war sein Anliegen. Die Musik atmete, und weil er so vollkommen musikalisch empfand, war es für das Orchester eine Freude, ihm zu folgen, weil sie durch seine Energie hochgezogen wurden und an seiner Musikalität teilhaben durften.

Er war ein umsichtiger Orchesterleiter, wusste genau, wie man probt, und hat auch nie eine Minute zu lange geprobt. Als Chef hatte er immer das Wohl des Einzelnen im Auge und wie er helfen kann. Wenn es um die Musik und ums Proben ging, war er immer sachlich und ruhig, um der Musik willen, wenn er auch außerhalb der Konzert- und Probensituation hin und wieder emotional wurde.

Er sah das höchstmögliche Potential in jedem und hat das im Moment Bestmögliche aus jedem herausgeholt, woran man wahre Führungsqualität erkennt.

Agnes Haitz, Violine
Winter 1989, das Wetter ist nass und kalt, nichts für Brillenträger. Ein Orchesterkollege und Dirigent Simonis betreten die Rotunde und das Stimmzimmer und natürlich beschlagen deren Brillen sofort bis zur Undurchsichtigkeit. Dort im Stimmzimmer sitzt ein sehr breit gebauter Geigenkollege und spielt sich ein. Der Dirigent äugt unsicher durch seine völlig beschlagene Brille und meint: „Das hätte ich wirklich nie für möglich gehalten, dass ich Sie eines Tages mal verschwommen sehen würde!“

Stefan Hammermayer, Bratsche

FREIZEIT-TIPP

Schlaglichter der Musikgeschichte

Dr. Stephan Höllwerth kennen Sie von unseren Konzerteinführungen. Ab Freitag gibt er einen sicher lehrreichen Volkshochschul-Kurs zu herausragenden Komponisten in ihrem jeweiligen historischen Kontext:

  • Freitag, 30. Oktober, 19:30 Uhr
    Heinrich Schütz – Ein Komponist zwischen Krieg, Pest und der Bibel

  • Freitag, 20. November, 19:30 Uhr
    Joseph Haydn – Der sanfte Revolutionär 
  • Freitag, 15. Januar 2021, 19:30 Uhr
    Anton Bruckners Entwicklung als Symphoniker

  • Freitag, 5. Februar 2021, 19:30 Uhr
    Carl Orff – ein antik-bayerischer Musikdramatiker

Die Vorträge sind nur zusammen buchbar (80 Euro) und finden bis auf weiteres online statt bzw. im Alten Feuerhaus Bad Reichenhall, sobald dies wieder möglich ist.

Details und Anmeldung auf den Seiten der Volkshochschule Bad Reichenhall.


ZU GUTER LETZT

Laden Sie sich unser Abo-Programm für 2021 als PDF herunter. In der nächsten Ausgabe des Newsletters stellen wir unseren neuen Chefdirigenten Daniel Spaw vor. Sie erscheint vermutlich Ende November, sobald abzusehen ist, wann wieder Konzerte möglich sind.

Wenn Sie diese E-Mail (an: b.krstulovic@philharmonie-reichenhall.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

 

Bad Reichenhaller Philharmoniker
Orchesterbüro
Salzburger Str. 7
83435 Bad Reichenhall
Deutschland

+49 (0) 8651 762 80 80
kontakt@philharmonie-reichenhall.de
www.bad-reichenhaller-philharmoniker.de
CEO: Geschäftsführer: Felix Breyer
Redaktion: Bojan Krstulovic

Registergericht: Amtsgericht Traunstein/ Obb.
VR: 20094